Die beliebtesten Messerarten sind Kochmesser, Santoku, Nakiri, Brotmesser und Filetiermesser — jede Klingenform ist für eine bestimmte Aufgabe gebaut. Dieser Überblick sortiert zwölf Messertypen nach Herkunft, Klingenform und Härte und zeigt dir, welches Messer für welchen Einsatz gemacht ist.
Welche Messerarten gibt es, und was unterscheidet sie?
Messerarten unterscheiden sich vor allem in Klingenform, Klingenlänge und Härte des Stahls. Grob lassen sie sich in vier Familien einteilen: robuste europäische Messer, dünn geschliffene japanische Klingen, das breite chinesische Hackmesser und gefaltete Damastklingen. Jede Familie ist für andere Aufgaben optimiert.
Die folgende Tabelle stellt die zwölf gängigsten Messertypen gegenüber — mit Klingenform, idealer Aufgabe und der passenden Kategorie in unserem Shop. So findest du schnell das Werkzeug für deinen Handgriff. Wenn dich die Auswahl nach Aufgabe statt nach Typ interessiert, hilft dir unser Ratgeber welches Messer für welche Aufgabe passt weiter.
| Messerart | Klingenform & Länge | Ideale Aufgabe | Kategorie |
|---|---|---|---|
| Kochmesser (Europa) | Breite, geschwungene Klinge, 20 cm | Hacken, Würfeln, Allzweck | Küchenmesser |
| Santoku (Japan) | Breite, flache Klinge, 16–20 cm | Gemüse, Fisch, Fleisch in dünnen Scheiben | Santokumesser |
| Gyuto (Japan) | Schlanke, geschwungene Klinge, bis 30 cm | Japanisches Kochmesser für große Mengen | Damastmesser |
| Nakiri (Japan) | Rechteckige, gerade Klinge, 13–20 cm | Gemüse in einem Zug bis aufs Brett | Nakiri Messer |
| Gemüsemesser (Europa) | Mittellange, breite Klinge, 13–20 cm | Gemüse schneiden und würfeln | Gemüsemesser |
| Brotmesser (Europa) | Wellenschliff, 20–30 cm | Brot, harte Krusten, Tomaten | Brotmesser |
| Filetiermesser (Europa) | Lange, flexible schmale Klinge, 15–30 cm | Fisch filetieren, Haut und Gräten lösen | Filetiermesser |
| Yanagiba (Japan) | Sehr lange, einseitige Klinge, über 20 cm | Rohen Fisch, Sushi und Sashimi hauchdünn | Filetiermesser |
| Spickmesser (Europa) | Kurze, spitze Klinge, 5–10 cm | Schälen, Feinarbeit, kleine Zutaten | Gemüsemesser |
| Hackmesser (China) | Breite, rechteckige Klinge, bis 30 cm | Allzweck, Hacken, Schnittgut transportieren | Küchenmesser |
| Tranchiermesser (Europa) | Lange, schmale Klinge, oft Kullenschliff | Braten, Geflügel, Schinken in Scheiben | Küchenmesser |
| Ausbeinmesser (Europa) | Starre, schmale Klinge, 13–16 cm | Entbeinen, Sehnen entfernen, Knochen freilegen | Küchenmesser |
Europäische Messerarten: robust und vielseitig
Europäische Messer sind auf Robustheit und breite Einsatzbarkeit ausgelegt. Ihr Stahl liegt meist bei 54 bis 56 HRC, die Klingen sind etwas dicker und in einem stumpferen Winkel geschliffen. Das macht sie unempfindlich gegen harte Kruste, Knochen und den täglichen Griff in die Spülschüssel.
Das Kochmesser ist der Kern jeder europäischen Küche. Seine breite, leicht geschwungene Klinge von rund 20 cm erlaubt den Wiegeschnitt, bei dem die Spitze auf dem Brett bleibt. Ergänzt wird es vom Spickmesser für Feinarbeit und vom Brotmesser, dessen Wellenschliff harte Krusten durchtrennt, ohne die Krume zu quetschen.
Die Spezialisten für Fisch und Fleisch
Das Filetiermesser hat eine lange, flexible Klinge, die sich an Gräten und Haut anlegt und Fischfilets sauber löst. Das Ausbeinmesser ist sein robustes Gegenstück mit starrer Klinge zum Entbeinen. Das Tranchiermesser wiederum zieht mit langer, schmaler Klinge gleichmäßige Scheiben von Braten und Geflügel.
Schneide Backwaren mit dem Brotmesser in ziehenden Zügen statt mit Druck. Der Wellenschliff sägt sich so durch die Kruste, ohne die weiche Krume zu quetschen.
Japanische Messerarten: dünn geschliffen und hart
Japanische Messer sind für Präzision gebaut. Ihr Stahl erreicht oft über 60 HRC, die Klinge wird in einem spitzeren Winkel von etwa 15 Grad pro Seite ausgeschliffen. Das ergibt eine feinere Schneide, die länger scharf bleibt, aber empfindlicher auf seitliche Belastung und Knochen reagiert.
Das Santoku ist der bekannteste Vertreter und das japanische Gegenstück zum Kochmesser. Sein Name bedeutet „drei Tugenden“ und steht für Fisch, Fleisch und Gemüse. Was ein Santoku genau auszeichnet und wie du es führst, erklärt unser Ratgeber was ein Santokumesser ist und wofür es sich eignet.
Nakiri, Gyuto und Yanagiba im Überblick
Das Nakiri erkennst du an seiner rechteckigen Klinge, die Gemüse in gerader Linie bis aufs Brett schneidet. Das Gyuto ist das japanische Kochmesser mit schlanker, geschwungener Klinge und hohem Härtegrad. Die Yanagiba trägt eine sehr lange, einseitig geschliffene Klinge und teilt rohen Fisch für Sushi in hauchdünne Streifen.
Chinesisches Hackmesser: ein Messer für fast alles
Das chinesische Hackmesser, auch Dao oder Chai Dao genannt, ist ein Allzweckwerkzeug mit breiter, rechteckiger Klinge. Sie ist bis zu 12 cm hoch und erlaubt es, von Kräutern bis zu größeren Fleischstücken fast alles zu verarbeiten und das Schnittgut anschließend flach vom Brett in den Topf zu heben.
Trotz des Namens ersetzt es kein schweres Hackbeil für Knochen. Die Klinge ist dünner geschliffen, als sie aussieht, und eignet sich vor allem zum flächigen Schneiden. In vielen chinesischen Küchen übernimmt dieses eine Messer die Rolle eines ganzen Sortiments.
Damast oder Edelstahl: worin die Klingen sich unterscheiden
Damast ist kein eigener Messertyp, sondern eine Stahlkonstruktion. Beim Damastmesser werden viele Lagen Stahl gefaltet und verschweißt, häufig 67 Lagen, die einen harten Schneidkern von etwa 60 HRC mit einem elastischen Mantel verbinden. Das ergibt eine scharfe, stabile Klinge mit der typischen Maserung.
Ein einfaches Edelstahlmesser ist pflegeleichter und günstiger, verliert aber früher seine Schärfe. Welche Bauart zu dir passt und wie sich beide im Alltag schlagen, vergleichen wir im Detail im Ratgeber rund um Damaststahl und Damaszener-Stahl.
Harte japanische und Damastklingen gehören nicht in die Spülmaschine und nicht an Knochen. Beides bricht die feine Schneide aus. Wasche sie von Hand und trockne sie sofort ab.
Welche Messer du wirklich brauchst
Für den Alltag reichen drei Messer: ein Kochmesser oder Santoku als Allrounder, ein Spickmesser für Feinarbeit und ein Brotmesser mit Wellenschliff. Damit deckst du Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren ab. Erst wer regelmäßig ganze Fische zerlegt oder asiatisch kocht, profitiert von Spezialisten wie Filetiermesser oder Nakiri.
Ein scharfes Messer arbeitet auch im Rezept mit: Für unseren ofengegrillten Lachs auf Rucola mit Zitrusaroma löst ein Filetiermesser die Haut sauber vom Filet. Welches Werkzeug zu welcher Aufgabe passt, ordnet unser Guide welche Messer für was nach Einsatz statt nach Typ.
Häufige Fragen
Welche Messerarten braucht man wirklich?
Für die meisten Aufgaben genügen drei Messer: ein Kochmesser mit 20 cm Klinge für Gemüse und Fleisch, ein Spickmesser mit 5 bis 10 cm für Feinarbeit und ein Brotmesser mit Wellenschliff. Spezialmesser wie Filetier- oder Steakmesser lohnen sich erst bei speziellen Vorlieben.
Was ist der Unterschied zwischen Santoku und Kochmesser?
Das Santoku hat eine flachere, 16 bis 20 cm lange Klinge und wird eher ziehend geführt. Das europäische Kochmesser ist mit bis zu 30 cm länger und arbeitet über eine geschwungene Schneide mit Wiegeschnitt. Beide sind Allzweckmesser für Fleisch, Fisch und Gemüse.
Sind japanische Messer besser als europäische?
Japanische Klingen sind mit oft über 60 HRC härter und bleiben länger scharf, reagieren dafür aber empfindlicher auf seitliche Belastung. Europäische Messer mit 54 bis 56 HRC sind robuster und pflegeleichter. Besser oder schlechter hängt vom Einsatz ab.
Welche Messerart eignet sich für Gemüse?
Für Gemüse eignen sich ein Nakiri mit rechteckiger Klinge von 13 bis 20 cm, ein europäisches Gemüsemesser oder ein Santoku. Alle drei schneiden mit gerader Schneide sauber bis auf das Brett und zerdrücken weiche Zutaten nicht.
Was macht ein Damastmesser besonders?
Ein Damastmesser besteht aus vielen gefalteten Stahllagen, oft 67, die einen harten Schneidkern mit einem elastischen Mantel verbinden. Daraus entsteht eine dauerhaft scharfe Klinge mit der charakteristischen Maserung.


